In Webdesigner-Kreisen hört man immer wieder von der Diskussion, ob der CSS-Befehl „display:none“ gut oder schlecht für SEO ist. Manche Webdesigner oder Hobby-Webdesigner versuchen alles mögliche um den Gebrauch von „display:none“ zu verhindern und gehen wenn nötig die aufwändigsten Wege, auch wenn es sich um Stunden und Tage handelt, nur um dieses verteufelte „display:none“ nicht verwenden zu müssen und um wenigstens doch noch ein bisschen mehr von dem begehrten Google-Traffic abstauben zu können. „Nein, display:none darf ich nicht benutzen“ – ist ein oft gehörter Satz. Aber ist da was dran? Gehen wir der Sache auf den Grund.

Was ist „display:none“ und wozu kann man es missbrauchen?

Bei „display:none“ handelt es sich um eine CSS-Anweisung mit der HTML-Elemente versteckt werden können. „display:none“ wird normalerweise im Bezug auf JavaScript oder responsive Design verwendet, jedoch ist es ebenfalls sehr beliebt bei Nutzern von CMS oder von vorgefertigten Templates. „display:none“ ist eine sehr leichte Methode Elemente auf einer Seite zu verstecken ohne den PHP-Code anzupassen. Jetzt gibt es bei dieser Praxis einige Diskussionen. Google kann eine Seite abstrafen, falls diese absichtlich versucht das Google-Ranking durch versteckten Text, der nur für Suchmaschinen sichtbar ist, zu beeinflussen. Das ganze nennt sich cloaking. Die Frage ist nun, ob es als Täuschungsversuch gewertet wird, wenn man Elemente wie den Credit-Link im Footer oder andere Elemente eines Layouts versteckt.

Versteckte Links auf der Google-Startseite

Um uns das Problem besser zu veranschaulichen sehen wir uns einmal die Google-Startseite an. Google ist bekannt dafür sehr gerne und sehr intensiv, Links und Text auf allen seinen Seiten zu verstecken. Wenn wir uns einmal die Google-Startseite anschauen, dort die Chrome-Developer-Tools aktivieren (rechtsklick -> Element untersuchen) und dort nach dem Befehl „display:none“ suchen (mit strg+f) und diesen überall deaktivieren (insgesamt 4 mal), wo er als CSS-Code auftaucht und nicht als Javascript, sieht die Google-Startseite auf einmal sehr suspekt aus.

 

google-start

Google-Startseite ohne „display:none“

 

Das was am auffälligsten ist, sind die 5 versteckten Links am rechten unteren Rand. Abgesehen von dem Link der Einstellungen sind diese Links nicht für den Nutzer sichtbar. Das ist ein Musterexemplar dafür, wie es angeblich nicht sein soll. Anscheinend ist Google die Verwendung von „display:none“ egal. Wenn es sogar Google so intensiv benutzt, wie schlimm kann es schon sein? (Das versteckte Eingabefeld oben links lassen wir jetzt mal beiseite.)

 

Google hat noch keine Seite auf Grund von „display:none“ entfernt

Gehen wir nun den möglichen Konsequenzen auf den Grund. Google selbst gibt in seinen Webmaster Guidelines zu verstecktem Text und Links eine klare Antwort.

Das Verbergen von Text oder Links in Ihren Inhalten mit dem Ziel, das Ranking in den Google-Suchergebnissen zu beeinflussen, kann von Google als Täuschung und somit als Verstoß gegen die Richtlinien für Webmaster angesehen werden.

Somit muss erst einmal differenziert werden, welche Intention bei dem Verstecken vorliegt. Erst wenn das Verstecken bewusst dazu dient, das Google-Ranking zu beeinflussen, würde es Laut der Google-Richtlinien zu einer Abstrafung führen. Formulierungen führen aber oft zur Diskussion und Unsicherheiten, weshalb folgender Kommentar von Matt Cutts einiges aufklärt

We can flag text that appears to be hidden using CSS at Google. To date we have not algorithmically removed sites for doing that. We try hard to avoid throwing babies out with bathwater.

In Deutsch: Google hat bis zu dem Zeitpunkt des Kommentars noch keine Seite auf Grund einer missbräuchlicher Verwendung von „display:none“ entfernt. Zudem gibt Matt noch ebenfalls den Kommentar, dass Google sich darum bemüht, Seiten nicht aus falschen Gründen zu bestrafen.

Verstecke Elemente werden schwach bis gar nicht gewertet

Abgesehen von den Kommentaren lassen sich ebenfalls einige Aussagen dieser Thematik in den Google Webmaster Hangouts finden. Die Google Webmaster Hangouts und der Google Webmaster Central Blog sind die zwei besten Informationsquellen bezüglich SEO. In einem der Videos der Google Webmaster Hangouts wurde dieses Thema bereits angesprochen. Der Zeitstempel ist mit drin, einfach auf play klicken, die richtige Stelle kommt sofort.

 

 

in Deutsch:

Text, der nicht sichtbar für den Nutzer ist, wird schwach bis gar nicht gewertet.

Google lässt nicht sichtbaren Text somit abwerten und zieht ihn kaum in Betracht. Wenn man also einen Footer-Link versteckt, dann muss man keine Angst haben, dass man dem Webesigner vielleicht doch noch irgendwie damit nützt. Dadurch dass der Link versteckt ist, wird die Wirkung als Backlink abgeschwächt bis gar nicht gewertet.

 

Fazit

Am Ende des Tages gibt es jedoch für dieses Thema keine klare Aussage von Google. Natürlich versucht Google die Webmaster dazu zu animieren, so sauber wie möglich zu arbeiten, aber es gibt bis jetzt keine Hinweise darauf, dass „display:none“ jemanden geschadet hätte oder schaden würde.

 

Was denkt Ihr? Kommt man für „display:none“ in die Google-Hölle?